Jahresfeier

"Mit Schlafsack und Kamillentee" - Weihnachstfeier 2017


Statt der AIDA Kreuzfahrt winkt das Probe-Campen im Wohnzimmer – Weihnachtsfeier des Musikvereins Hundsbach wartet erneut mit witziger Theaterkost auf 

 

Die musikalische Begrüßung bei seiner traditionellen Weihnachtsfeier übernahm, neben dem ersten Vorsitzenden Martin Schnurr, selbstredend der einheimische Musikverein. Für Jung-Dirigentin Svenja Wacker eine gelungene Premiere, gab sie doch als Aushilfe für den verhinderten Bernd Klumpp bravourös ihren Einstand am Taktstock.

Der Evergreen „White Christmas“, von der Hundsbacher Kapelle stimmungsvoll intoniert und von Andi Cornelißen gesanglich flöckchenweich begleitet, war maßgeschneidert auf die Winterlandschaft vor der Tür.

 

Jahreszeitlich diametral entgegengesetzt verlief das Geschehen in Regina Röschs Schwank „Mit Schlafsack und Kamillentee“ auf der Bühne im Haus des Gastes. Unabhängig davon wartete die auch bei auswärtigen Gästen beliebte MV-Weihnachtsfeier einmal mehr mit ebenso witziger wie turbulenter Theaterkost auf.

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Einsatzfreude die kleine Theatermannschaft des Musikvereins unter der Regie von Eckhard „Ecki“ Herrmann Jahr für Jahr agiert. Die jeweiligen Rollen werden mit sichtlicher Lust an Situationskomik ausgefüllt und ohne Hemmung auch mal mit Klamauk überzeichnet.

 

Gottfried Pfennig (Horst Schmieder) beispielsweise genießt es gestisch und mimisch, mit allerlei dubiosen Zipperlein den  eingebildeten Kranken zu mimen. Doch leider lässt sich seine „Otitis media“ (Mittelohrentzündung) selbst mit vier Paar übereinander getragenen Socken nicht kurieren – im Hochsommer, bei gefühlten 35 Grad! Mitleid seitens seiner Gattin Olga (Bianca Herrmann) kann er unter diesen Umständen kaum erwarten. Sogar seinen  Freunden Oswald Fuchs (Martin Schnurr) und Franz Fischer (Marco Wacker) geht er mit seinem ewigen Gejammer gehörig auf die Nerven.

 

Tochter Claudia (Svenja Wacker) wiederum versucht, der schlechten Stimmung im Hause Pfennig mit verrückten Ideen abzuhelfen. Diese wirken jedoch nur bedingt, denn der sprichwörtliche Hund liegt irgendwo anders begraben. Die „Heimarbeit“, die ihr Vater gar nicht erst in Angriff nimmt, soll eine Traumreise auf der AIDA mitfinanzieren. Eben jene hat Gottfried seiner Olga zum 50. Geburtstag versprochen, doch Lust darauf verspürt er nicht im Geringsten: „Der Kahn geht unter, des isch so sicher wie des Amen in der Kirche!“.

 

Als Olga und Oswalds Frau Klothilde (Tina Frank) diesbezüglich nicht locker lassen, greifen die drei Männer zu einer List. Bei der fingierten Verlosung einer „Traumreise“ bei Radio Charivari gewinnt Olga einen Urlaub für sechs Personen „auf dem wunderschönen Zeltplatz in Erbersbronn“. Olga und Klothilde starten daraufhin eine Gegenoffensive: Der Ernstfall ‘Campingurlaub‘ wird im Wohnzimmer der Pfennigs praxisnah geprobt.

 

Chaos und Ärger sind programmiert, verstärkt durch die beiden Repräsentantinnen einer Kosmetikfirma – „Unsere Produkte helfen überall, auch am Hintern“. Jacqueline Meier (Silvia Albrecht) und Carmen Fröhlich (Wiebke Wacker) sorgen nicht nur für Eifersüchteleien, sondern rufen auch den Dorfpolizisten Franz auf den Plan aufgrund eines gesuchten Betrügerpärchens in Nonnenkleidern.

Nach diversen Irrungen und Wirrungen und Scheinmanövern klären sich die Dinge halbwegs auf. Zumindest für Olga und Klothilde scheint der „Traumurlaub“ auf der AIDA gesichert: „Mir nehmed alles unter 40!“ …

 

Langer Applaus für eine gewohnt unterhaltsame und kurzweilige Aufführung war der Schauspielertruppe sicher. Indirekt galt er auch den guten Geistern hinter der Bühne: Allround-Helfer Ernst Herrmann, der als Souffleur kaum zum Einsatz kam; Miriam Merkel und Pia Frank, die in der Maske typgerecht ganze Arbeit leisteten. Nicht zu vergessen Gründungsmitglied Gerhard Herrmann, bis heute aktiv und als langjähriger Regisseur maßgeblich am großen Erfolg der MV-Theatergruppe beteiligt.

Besucher-Fazit: „Schee war’s widda, die könned’s eifach!“

 

(Quelle: Margrit Haller-Reif)